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Sportwetten Erklärungen

Calcutta-Auktion


Eine Calcutta-Auktion (auch: Calcutta sweepstake, Calcutta lottery oder kurz: Calcutta) ist eine Verbindung aus einer Lotterie und einer Auktion.
Als die Briten zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Pferderennsport in Calcutta einführten, entstand eine besondere Wettart, die sog. Calcutta-Auktion. Diese Wettart erfreut sich großer Popularität in den Ländern des früheren British Empire und den USA.
Dieses Wettformat wird vor allem bei Pferde- und Formel 1-Rennen angewendet. Bei Pferderennen allerdings dominiert heute das Totalisator-System. Die Calcutta-Auktion ist dem Totalisator-System eng verwandt, da auch hier die einzelnen Wett-Teilnehmer untereinander wetten (frz. pari mutuel), im Gegensatz zur Wette am Totalisator kann bei einer Calcutta aber immer nur ein Teilnehmer auf ein bestimmtes Pferd wetten.
Die Begriffe Calcutta sweepstake (bzw. Calcutta lottery) werden nicht immer streng von Calcutta auction abgegrenzt, im folgenden soll aber der Unterschied beachtet werden.
Zunächst eine Beschreibung des ursprünglichen Formats, wie es in Calcutta praktiziert wurde.

Calcutta sweepstake bzw. Calcutta lottery
Ein Calcutta sweepstake (auch Calcutta lottery) besteht aus zwei Abschnitten: einer Lotterie und einer Auktion. Lotterie Vor dem Rennen werden Tickets verkauft (typischerweise 100 Stück zu 10 Rupien); der Erlös aus dem Verkauf wird in den Gewinntopf (Pool) eingezahlt. Nach dem Verkauf aller Tickets wird eine Lotterie abgehalten. Zu jedem teilnehmenden Pferd wird eine Nummer gezogen. Beispiel: Zum Pferd Black Dream wird die Nummer 69 gezogen, zu Cherry die Nummer 6, usf.

Auktion
Vor Beginn des Rennens werden die einzelnen Pferde in zufälliger Reihenfolge nach der Methode der englischen Auktion versteigert. Die Hälfte des Auktionspreises gebührt dem Besitzer des Tickets mit der dem Pferd in der vorangegangenen Lotterie zugeordneten Nummer, die andere Hälfte wird in den Gewinntopf eingezahlt.
Der Besitzer des Lotto-Tickets hat nun die Wahl zwischen folgenden Möglichkeiten:
  • er kann sich die Hälfte des Versteigerungsbetrages auszahlen lassen und seine Teilnahme am Spiel beenden, damit verliert er jeden Anspruch auf die auf sein Pferd entfallenden Gewinne.
  • er kann auf die Auszahlung des Betrages verzichten und weiter im Spiel bleiben, er behält dann einen Anspruch auf die Hälfte der auf sein Pferd entfallenden Gewinne. Der Wett-Teilnehmer, der das Pferd ersteigert hat, zahlt dann aber nur die halbe Versteigerungssumme und erwirbt seinerseits ebenfalls die Hälfte der auf dieses Pferd entfallenden Gewinne.
Ersteigert der Besitzer des Tickets selbst das Pferd, so zahlt er nur die Hälfte des Versteigerungsbetrages.
Beispiel: Wird Black Dream zum Betrag von 1.000 Rupien ersteigert, so zahlt der Ersteigerer 500 Rupien in den Gewinntopf und 500 Rupien an den Besitzer des Tickets mit Nummer 69 und erwirbt damit den Anspruch auf den auf Black Dream entfallenden Gewinn.
Verzichtet der Besitzer von Ticket Nummer 69 auf die ihm zustehenden 500 Rupien, so zahlt der Ersteigerer nur 500 Rupien in den Gewinntopf. Er erwirbt damit den Anspruch auf die Hälfte des auf Black Dream entfallenden Gewinnes, die andere Hälfte des Gewinnes gebührt dem Besitzer des Tickets mit Nummer 69.
Wird Black Dream schließlich vom Besitzer des Tickets Nummer 69 für 1.000 Rupien ersteigert, so zahlt dieser nur den halben Auktionspreis, also 500 Rupien, in den Gewinntopf.

Aufteilung des Gewinntopfes
Der Besitzer des erstplatzierten Pferdes erhält 40 % des Gewinntopfes,
der Besitzer des zweitplatzierten Pferdes erhält 20 % des Gewinntopfes,
der Besitzer des drittplatzierten Pferdes erhält 10 % des Gewinntopfes,
die Besitzer der nicht platzierten Pferde erhalten insgesamt 20 % des Gewinntopfes,
und der Veranstalter behält 10 % des Gewinntopfes als Kommission (Deduction).

Calcutta auction
Die Calcutta wird sehr häufig in vereinfachter Form ohne die einleitende Lotterie durchgeführt. Diese Form, als Calcutta auction bezeichnet, ist besonders im Zusammenhang mit Backgammon-, Poker-, Bridge- und Golf-Turnieren, Angelwettbewerben, etc. gebräuchlich.
Bei der Calcutta auction wird der volle Auktionspreis in den Gewinntopf (Auction's pool) eingezahlt, dieser wird nach Abzug der Kommission für den Veranstalter zumeist nach demselben Schlüssel wie die Preisgelder des bewetteten Ereignisses aufgeteilt.

Varianten und Ergänzungen
Fields: Bei großer Teilnehmerzahl werden mehrere Starter zu Gruppen zusammengefasst und als Paket (Field) versteigert.
Buy-back: Wird z.B. bei einem Backgammon-Turnier das Ticket mit dem Namen eines Spielers nicht von diesem selbst, sondern von einem anderen Teilnehmer ersteigert, so hat jener Spieler das Recht, einen bis zu 25%-igen Anteil an dem Ticket mit seinem Namen zum aliquoten Anteil an der Versteigerungssumme vom Besitzer des Tickets zu kaufen.
Highest bidder's choice lot: Um den Reiz der Auktion zu erhöhen, kann als erstes ein sogenanntes highest bidder's choice lot versteigert werden; bei diesem Ticket erklärt der Käufer nach dem Ersteigern, auf welchen Starter er setzen möchte. (Auf diese Weise gibt es mehr competitive bidding, und das wirkt sich positiv auf die Höhe des Versteigerungstopfes aus.)
The sack: Tickets, für die sich kein Käufer zum Mindestgebot findet, werden in den sogenannten Sack gesteckt und am Ende wie ein einzelnes Ticket versteigert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Calcutta-Auktion aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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